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Die eigene Erfahrung hat den Vorteil völliger Gewißheit.
Jedes überflüssige Wort wirkt seinem Zweck gerade entgegen.
Es ist nicht genug, daß man verstehe, der Natur Daumenschrauben anzulegen; man muß auch verstehen können, wenn sie aussagt.
Aller Eigensinn beruht darauf, daß der Wille sich an die Stelle der Erkenntnis gedrängt hat.
Durch viele Zitate vermehrt man seinen Anspruch auf Gelehrsamkeit, vermindert den auf Originalität, und was ist Gelehrsamkeit gegen Originalität? Man soll Zitate also nur gebrauchen, wo man fremder Autorität wirklich bedarf.
Beklagte man ehemals die Schuld der Welt, so sieht man jetzt mit Grausen auf die Schulden der Welt.
Jeden Abend sind wir um einen Tag ärmer.
Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.
Einsamkeit ist das Los aller hervorragenden Geister.
Ethik kann so wenig zur Tugend verhelfen, als eine vollständigt Ästhetik lehren kann, Kunstwerke hervorzubringen.
Die Geschichte ist eine Fortsetzung der Zoologie.
Höflichkeit ist Klugheit, folglich ist Unhöflichkeit Dummheit.
Das Schicksal mischt die Karten, wir spielen.
Auch das Zufälligste ist nur ein auf entfernterem Wege herangekommenes Notwendiges.
Viel zuviel Wert auf die Meinung anderer zu legen ist ein allgemein herrschender Irrwahn.
Der schlimmste Mißbrauch ist der Mißbrauch des Besten.
Die ersten vierzig Jahre unseres Lebens liefern den Text, die folgenden dreißig den Kommentar dazu.
All unser Übel kommt daher, daß wir nicht allein sein können.
Je mehr der Mensch des ganzen Ernstes fähig ist, desto herzlicher kann er lachen.
Das Geld gleicht dem Seewasser. Je mehr davon getrunken wird, desto durstiger wird man.
Ein geistreicher Mensch hat, in gänzlicher Einsamkeit an seinen eigenen Gedanken und Phantasien vortreffliche Unterhaltung.
Für die Eitelkeit ist selbst die Pfütze ein wohlgefälliger Spiegel.
Der Heiterkeit sollen wir, wann immer sie sich einstellt, Tür und Tor öffnen, denn sie kommt nie zur unrechten Zeit.
Man wird in der Regel keinen Freund dadurch verlieren, daß man ihm ein Darlehen abschlägt, aber sehr leicht dadurch, daß man es ihm gibt.
Die Freunde nennen sich aufrichtig, die Feinde sind es.
Vergeben und vergessen heißt kostbare Erfahrungen zum Fenster hinauswerfen.
Der Schlaf ist für den ganzen Menschen, was das Aufziehen für die Uhr.
Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.
Jedes Kind ist gewissermaßen ein Genie und jedes Genie gewissermaßen ein Kind.
Ganz ehrlich meint ein jeder es am Ende doch nur mit sich selbst und höchstens noch mit seinem Kinde.
Man muß denken, wie die wenigsten und reden wie die meisten.
Was die Leute gemeiniglich als Schicksal nennen, sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche.
Zum Denken sind wenige Menschen geneigt, obwohl alle zum Rechthaben.
Ich glaube, daß alle Menschen, die das Böse in der Welt verurteilen, auch verstehen müssen, daß dieses Böse ohne ihre eigene Mitschuld nicht existieren könnte.
Wir stehen immer noch vor der Tür, hinter der die großen Antworten warten.
Das Leben ist eine Nuß. Sie läßt sich zwischen zwei weichen Kissen nicht knacken.
Daß du ihn völlig durchschautest, das hat dir noch keiner verziehen, er mag noch so gut dabei weggekommen sein.
Toleranz heißt: die Fehler der anderen entschuldigen. Takt heißt: sie nicht bemerken.
Bereit sein ist viel, warten können ist mehr, doch erst: den rechten Augenblick nützen können ist alles.
Wer Humor hat, der hat beinahe schon Genie. Wer nur Witz hat, der hat meistens nicht einmal den.
Stärke des Charakters ist oft nichts anderes als eine Schwäche des Gefühls.
Auch das Chaos gruppiert sich um einen festen Punkt, sonst wäre es nicht einmal als Chaos da.
Es ist keine Höflichkeit, dem Lahmen den Stock tragen zu wollen.
Vernünftige Leute, die den Standpunkt ihrer Partei bis in die letzten Konsequenzen zu vertreten versuchen, erwecken immer den Eindruck, als seinen sie konfus oder unehrlich geworden.
Was unsere Seele am schnellsten und schlimmsten abnützt, das ist: Verzeihen ohne zu vergessen.
Hüte dich vor Bescheidenen; du ahnst nicht, mit welch gerührtem Stolz sie ihre Schwächen hegen.
Der Kriminalschriftsteller ist eine Spinne, die die Fliege bereits hat, bevor sie das Netz um sie herum webt.
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